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Cluster-Kopfschmerz

Der Cluster-Kopfschmerz (Bing-Horton-Syndrom) ist durch extreme, streng einseitig auftretende Kopfschmerzattacken gekennzeichnet. Typischerweise werden die Kopfschmerzen von Symptomen wie tränenden Augen oder laufender Nase begleitet. Zwischen einzelnen Attacken können manchmal Monate liegen. Die Lebensqualität wird durch die Cluster-Kopfschmerzen oft massiv beeinträchtigt. Manche Patienten entwickeln aufgrund der Belastung sogar eine Depression. Hier lesen Sie alles Wichtige zum Cluster-Kopfschmerz.

Cluster-Kopfschmerz: Beschreibung

Cluster-Kopfschmerz äußert sich in einseitigen, sehr schweren Kopfschmerzattacken. Die Anfälle dauern durchschnittlich zwischen 15 und 180 Minuten und können auch mehrmals täglich auftreten. Es können aber auch Monate zwischen den Clusterschmerz-Episoden liegen. Die Schmerzen sind derart stark, dass sie extremes Leiden verursachen. Nicht selten entwickelt sich bei andauerndem Cluster-Kopfschmerz eine Depression.

Zusätzlich zu den Kopfschmerzen treten Cluster-Kopfschmerz auf der betroffenen Kopf- oder Gesichtsseite weitere Begleitsymptome. Dazu gehören ein gerötetes, tränendes Auge, eine laufende Nase und ausgeprägtes Schwitzen im Gesicht. Diese Begleitsymptome sind eine automatische Reaktion auf die starken Schmerzen und werden vom sogenannten autonomen (vegetativen) Nervensystem gesteuert.

In Deutschland sind etwa 120.000 Menschen vom Cluster-Kopfschmerz betroffen, davon dreimal mehr Männer als Frauen. Bei etwa zwei bis sieben Prozent der Patienten mit Clusterkopfschmerz tritt die Erkrankung gehäuft in der Familie auf. Eine genetische Komponente scheint folglich zur Entstehung der Krankheit beizutragen. Welche Gene jedoch genau beteiligt sind, ist derzeit noch Gegenstand der Forschung. Prinzipiell kann der Cluster-Kopfschmerz in jedem Lebensalter auftreten. Am häufigsten erkranken Männer zwischen 20 und 40 Jahren, vor allem um das 30. Lebensjahr herum.

Cluster-Kopfschmerz: Symptome

Cluster-Kopfschmerz tritt attackenartig und streng einseitig auf. Dabei ist der Schmerz sehr heftig und wird als bohrend oder schneidend wahrgenommen. Den stärksten Schmerz empfinden die Patienten dabei hinter dem Auge. Sie beschreiben den Cluster-Kopfschmerz häufig als „glühend heißes Messer im Auge“ oder „brennenden Dorn in der Schläfe“. Der Cluster-Kopfschmerz tritt nie zur selben Zeit auf beiden Seiten des Kopfes auf und bleibt meistens über die Dauer der Erkrankung auf eine Kopfhälfte beschränkt. Nur in wenigen Fällen wechselt er die Seite.

Zusätzlich zu den Schmerzen gibt es in der betroffenen Gesichtshälfte folgende Cluster-Kopfschmerz-Symptome:

  • Tränendes Auge
  • Gerötete Bindehaut des Auges
  • Lidschwellung
  • Laufende Nase
  • Schwitzen im Bereich der Stirn oder des Gesichtes
  • Horner-Syndrom
  • Beim Cluster-Kopfschmerz beobachtet man häufig das durch drei Symptome charakterisierte Horner-Syndrom bei der vom Schmerz betroffenen Gesichtsseite. Dazu gehören eine verengte Pupille, ein herabhängendes Oberlid und einem etwas in die Augenhöhle eingesunkener Augapfel. Das Horner-Syndrom tritt allerdings nicht nur bei Cluster-Kopfschmerz auf. Es ist auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen möglich.

    Darüber hinaus sind über 90 Prozent der Patienten während einer Cluster-Kopfschmerz-Attacke extrem unruhig. Auch dieses Merkmal unterscheidet sie von Migräne-Patienten. Sie laufen beispielsweise im Zimmer auf und ab oder wippen apathisch mit dem Oberkörper (sogenanntes Pacing around). Migränepatienten hingegen suchen hingegen absolute Ruhe und versuchen, sich so wenig wie möglich zu bewegen.

    Typischerweise setzen Cluster-Kopfschmerzen immer zur gleichen Tageszeit ein, am häufigsten ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen oder in den frühen Morgenstunden. Viele Betroffene können „die Uhr nach ihrem Kopfschmerz“ stellen. Außerdem kommen sie gehäuft im Frühling und Herbst vor. Die einzelnen Attacken dauern zwischen 15 und 180 Minuten. Die Abstände zwischen den Attacken sind sehr unterschiedlich. Sie können die Patienten jeden zweiten Tag oder bis zu achtmal täglich quälen. Zwischen Episoden mit Clusterschmerz-Attacken liegen bei manchen Patienten Wochen und Monate, in denen sie beschwerdefrei sind.

    Manche Patienten entwickeln aufgrund der Stärke der Schmerzen und der Beeinträchtigung der Lebensqualität Depressionen. In extremen Fällen sehen sie ihren letzten Ausweg im Suizid. Deswegen ist es wichtig, dass auch etwaige seelische Beschwerden des Patienten ernst genommen und professionell behandelt werden.

    Cluster-Kopfschmerz: Ursachen und Risikofaktoren

    Ursachen und Entstehungsmechanismus eines Cluster-Kopfschmerz sind derzeit noch nicht genau bekannt. Da die Attacken in einer bestimmten Tages- und Jahreszeitenrhythmik (vor allem nach dem Einschlafen, in den frühen Morgenstunden, im Frühling und Herbst) auftreten, geht man davon aus, dass eine Fehlsteuerung biologischer Rhythmen zugrunde liegt. Die Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus regelt unter anderem das Zwischenhirn, dem Hypothalamus. Experten vermuten, dass die Attacken in dieser Hirnregion entstehen und dass das autonome Nervensystem und der Trigeminusnerv sie aufrechterhalten. Studien haben nachgewiesen, dass die Hirnregion um den Hypothalamus bei Cluster-Kopfschmerz-Patienten stärker aktiv ist.

    Zudem wird über eine Vererbung von Cluster-Kopfschmerz diskutiert. So haben Verwandte ersten Grades ein etwa 18-fach höheres Risiko, ebenfalls an Cluster-Kopfschmerzen zu erkranken. Ob bestimmte Substanzen oder Situationen die jeweilige Cluster-Kopfschmerz-Attacke auslösen, ist nicht abschließend geklärt. Ärzte gehen aber davon aus, dass insbesondere Alkohol und Nikotin, aber auch Schokolade, Nüsse, Käse, histaminhaltige Nahrungsmittel, Flimmerlicht (Fernseher, Kino), Aufenthalte in großen Höhen, körperliche Anstrengung und gefäßerweiternde Medikamente (wie Nitroglyzerin) Auslöser vom Cluster-Kopfschmerz sein könnten.

    Cluster-Kopfschmerz: Untersuchungen und Diagnose

    Der richtige Ansprechpartner bei Verdacht auf Cluster-Kopfschmerz ist der Hausarzt oder ein auf Kopfschmerzen spezialisierter Neurologe. Die Diagnose Cluster-Kopfschmerz ist eine rein klinische Diagnose. Das bedeutet, dass der Arzt allein anhand des Beschwerdebildes herausfindet, ob es sich um Cluster-Kopfschmerzen handelt oder nicht. Dafür ist die Krankheitsgeschichte (Anamnese) besonders wichtig. Wenn Sie wegen Kopfschmerzen in die Praxis kommen, wird Ihr Hausarzt Ihnen unter anderem diese Fragen stellen:

  • Wann hatten Sie die Kopfschmerzen das erste Mal?
  • Wie oft hatten Sie diese Art von Kopfschmerzen bereits und in welchem Abstand?
  • Wie lange dauern die Kopfschmerzattacken an?
  • Können Sie beschreiben, wo genau die Schmerzen lokalisiert sind und wie sie sich anfühlen?
  • Sind Ihnen während der Kopfschmerzen noch andere Symptome aufgefallen, zum Beispiel ein tränendes Auge oder eine laufende Nase?
  • Gibt es etwas, dass Sie tun, um die Schmerzen zu lindern?
  • Gibt es eine bestimmte Situation, in der die Kopfschmerzen auftreten?
  • Zusätzlich untersucht Sie der Arzt neurologisch. In der Regel ist diese Untersuchung beim Cluster-Kopfschmerz unauffällig. Der Arzt überprüft beispielsweise die Lichtreaktion ihrer Pupille im Auge und testet die Muskelkraft und die Sensibilität an verschiedenen Stellen im Körper.

    Anschließend kann der Arzt anhand von Diagnosekriterien der Internationalen Kopfschmerz Klassifikation (ICHD-2) bestimmen, ob ein Cluster-Kopfschmerz vorliegt.

    Cluster-Kopfschmerz: Behandlung

    Die Behandlung von Cluster-Kopfschmerz ist häufig schwierig. Betroffene sollten sich auf jeden Fall an einen darauf spezialisierten Arzt wenden. Die üblichen Schmerzmittel zur Behandlung von Kopfschmerzen (Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac und selbst Opioide) sind bei einem Cluster-Kopfschmerz meist absolut wirkungslos.

    Medikamente, die zur Cluster-Kopfschmerz-Therapie verschrieben werden, unterdrücken die Schmerzen zwar, führen aber an sich nicht zu einer Heilung. Allerdings lassen sich mit den Medikamenten Stärke und Häufigkeit der Attacken verringern. Die meisten Patienten sprechen auf die Cluster-Kopfschmerz-Therapie durch Medikamente gut an. Für die übrigen Patienten stehen andere Verfahren zu Verfügung, die teilweise noch experimentell sind.

    Die medikamentöse Cluster-Kopfschmerz-Therapie ist vorrangig. Akupunktur, Entspannungsübungen oder Biofeedback haben im Vergleich zur Migränebehandlung häufig eine schlechtere Wirksamkeit.

    Bei der Cluster-Kopfschmerz-Behandlung unterscheidet man zwischen der Therapie einer Attacke (Akutbehandlung) und der vorbeugenden Behandlung (Cluster-Kopfschmerz-Prophylaxe). Falls die Betroffenen zusätzlich unter seelischen Beschwerden (zum Beispiel einer Depression) leiden, müssen diese in jedem Fall ebenfalls behandelt werden. Chronische Schmerzen wie die Cluster-Kopfschmerzen machen vielen Menschen auch psychisch sehr zu schaffen. Betroffene sollten sich daher auf jeden Fall professionelle Hilfe zur Behandlung ihrer seelischen Beschwerden suchen.

    Akuttherapie einer Cluster-Kopfschmerz-Attacke (Akutbehandlung)

    Gut wirksam gegen den Cluster-Kopfschmerz sind bei der akuten Attacke die sogenannten Triptane. Diese Gruppe von Arzneimitteln wird ebenfalls bei der Therapie von Migräne genutzt. Sie werden entweder in das Unterhautfettgewebe gespritzt (Sumatriptan) oder als Nasenspray verabreicht (Zolmitriptan). Auf diese Weise wirken sie schneller. Triptane als Tabletten einzunehmen ist nur bei wenigen Patienten sinnvoll. Triptane eignen sich allerdings nicht zur Vorbeugung, da sie bei dauerhafter Einnahme selbst Kopfschmerzen auslösen können.

    Bei einer Cluster-Kopfschmerz-Attacke führt in über der Hälfte der Fälle das Einatmen von reinem Sauerstoff zur Schmerzfreiheit. Über eine Gesichtsmaske atmet der Patient 15 bis 20 Minuten lang Sauerstoff ein. Dabei sitzt er mit leicht vorgebeugtem Oberkörper. Warum Sauerstoff gegen Cluster-Kopfschmerz-Attacken wirkt und warum er nur einigen Patienten - und diesen auch nicht immer - hilft, ist nicht bekannt.

    Ähnlich verhält es sich mit den lokalen Betäubungsmitteln (zum Beispiel Lidocain), die in das Nasenloch der schmerzenden Kopfhälfte getropft oder gesprüht werden. Lidocain hilft in etwa 30 Prozent der Fälle, indem es die Nervenbahnen blockiert, die den Schmerz weiterleiten. Auch wenn die Sauerstoff- und Lokalanästhetika-Therapien nicht jedem Patienten helfen, sollten sie mindestens einmal ausprobiert werden.

    Prophylaktische Cluster-Kopfschmerz-Therapie

    Um die Attackenhäufigkeit und –stärke zu vermindern, gibt es gut wirksame Medikamente. Allen voran Verapamil. Dieser Calciumantagonist, der hauptsächlich bei Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck verwendet wird, muss dauerhaft eingenommen werden. Er ist in der Regel gut verträglich, jedoch sind Kontrollen der Herzfunktion (zum Beispiel mittels EKG) notwendig. Die Wirkung von Verapamil setzt erst nach zwei bis drei Wochen ein. Um diese Zeitspanne zu überbrücken, können anfangs Glukokortikoide eingenommen werden. Diese sollten nicht über einen längeren Zeitraum, maximal vier Wochen, verabreicht werden. Allerdings gibt es einige Patienten, denen auf Dauer ausschließlich Glukokortikoide helfen.

    Als weitere Mittel, die Cluster-Kopfschmerzen vorbeugen, stehen Lithium, Topiramat oder im Ausnahmefall Methysergid zur Verfügung. Aufgrund ihrer Nebenwirkungen und geringerer Wirksamkeit im Vergleich zu Verapamil sind sie nur Mittel der zweiten Wahl.

    Operative Verfahren der Cluster-Kopfschmerz-Therapie

    Wenn alle medikamentösen Therapieversuche scheitern, kann man auf operative Verfahren zur Behandlung des Cluster-Kopfschmerz zurückgreifen. Viele dieser Methoden sind noch experimentell und es liegen keine Langzeitbeobachtungen vor. Durch operative Eingriffe können Strukturen dauerhaft geschädigt werden, wodurch neue Beschwerden auftauchen können. Cluster-Kopfschmerz-Opertionen sollten grundsätzlich nur in spezialisierten Zentren durchgeführt werden.

    Okzipitale Nervenstimulation (ONS) : Eine vergleichsweise wenig invasive operative Methode ist die Blockade oder Stimulation des Okzipitalnervens. Dieser sensibilisiert unter anderem Teile der behaarten Kopfhaut. Mittels lokaler Betäubung und Kortisoninjektion oder einer Reizstromtherapie kann er blockiert, beziehungsweise stimuliert werden, um so vorübergehende Linderung zu verschaffen.

    Tiefe Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation): Bring dieses Verfahren keine ausreichende Linderung, kommt auch ein Tiefe Hirnstimulation (Deep Brain Stimulation) infrage, die beispielsweise auch zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt wird. Bei der Tiefen Hirnstimulation des Hypothalamus werden Elektroden in den Teil des Gehirns eingeführt, der für den Cluster-Kopfschmerz verantwortlich gemacht wird. Diese operative Therapie ist riskanter als die Behandlungen am Okzipitalnerv. Insgesamt sollten alle operativen Eingriffe nur in spezialisierten Zentren mit Kopfschmerzschwerpunkt durchgeführt werden un d auch dann nur, wenn bei einem Patienten die medikamentöse Therapie vom Cluster-Kopfschmerz versagt hat.

    Quelle: NetDoktor: Cluster-Kopfschmerz