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Kopfschmerzen

Kopfschmerzen (mediz.: Cephalgie) sind nach Rückenschmerzen die zweithäufigste Schmerzform. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können darunter leiden. Meist sind Kopfschmerzen nur vorübergehend und harmlos. Dann helfen Hausmittel oder einfache Schmerzmittel gegen die Beschwerden. Migräne und schwere chronische Kopfschmerzen erfordern hingegen eine spezielle Therapie. Das Gleiche gilt, wenn die Kopfschmerzen Symptom einer ernsten Erkrankung sind. Lesen Sie hier alles Wichtige über Kopfschmerzen.

Kurzübersicht

  • Beschreibung
  • Schmerzen unterschiedlicher Ausprägung (stehend, bohrend etc.) und Lokalisation (z.B. einseitig, beidseitig, Stirnbereich). Insgesamt mehr als 220 verschiedene Arten von Kopfschmerz, z.B. Spannungskopfschmerz, Migräne.

  • Ursachen
  • Primäre Kopfschmerzen: keine erkennbare Ursache, aber Auslöser wie Stress, Flüssigkeitsmangel, Bildschirmarbeit, Rauchen. Sekundäre Kopfschmerzen: durch z.B. Bluthochdruck, Virusinfekte, Nasennebenhöhlenentzündung, Schlaganfall, Kopfverletzungen, Medikamente, Drogenentzug.

  • Wann zum Arzt?
  • Bei Kopfschmerzen, die bei Kindern, Schwangeren oder nach Kopfverletzungen auftreten, über Wochen immer wiederkehren oder von Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder Nackensteife begleitet werden. Bei plötzlichen, starken Kopfschmerzen oder Begleitsymptomen wie Verwirrtheit, Seh-, Hör-, Sprach- oder Bewusstsstörungen sofort zum Arzt bzw. Notarzt rufen!

  • Diagnostik
  • Erhebung der Krankengeschichte, körperliche und neurologische Untersuchung, evtl. Bluttests, bildgebende Untersuchungen (wie Röntgen), Untersuchung des Nervenwassers (Lumbalpunktion), Untersuchungen beim Augen-, Zahn- oder HNO-Arzt.

  • Behandlung
  • Je nach Art und Schwere der Kopfschmerzen, z.B. Stress-Abbau, Sport, Medikamente (wie Schmerzmittel), Hausmittel und komplementäre Verfahren (wie Pfefferminzöl, Homöopathie, Akupunktur), Psychoanalyse oder psychotherapeutische Behandlung.

  • Vorbeugen
  • Ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, viel trinken, Alkohol und Nikotin meiden, gleichbleibender Koffein-Konsum, regelmäßige Bewegung, Bürogymnastik, Entspannungsübungen.

    Kopfschmerzen können schleichend oder ganz plötzlich beginnen. Sie können dumpf oder stechend, sehr intensiv oder kaum wahrnehmbar sein. Fast niemand bleibt von ihnen verschont, die meisten Menschen leiden ein- oder mehrmals im Jahr darunter.

    Frauen sind insgesamt etwas häufiger von Kopfschmerzen betroffen als Männer. Doch es gibt Unterschiede: Während Frauen häufiger unter Migräne leiden, treten bei Männern eher sogenannte Cluster-Kopfschmerzen auf. Auch Kinder können Kopfschmerzen und Migräne entwickeln. Mit zunehmendem Alter sinkt jedoch die Anzahl der Fälle: Wer älter als 45 Jahre ist, erleidet statistisch betrachtet weniger Kopfschmerzattacken.

    Kopfschmerzen werden in zwei Gruppen unterteilt: Primäre Kopfschmerzen haben keine erkennbare Ursache und bilden ein eigenständiges Krankheitsbild. Sekundären Kopfschmerzen liegt dagegen eine andere Erkrankung zugrunde.

    220 verschiedene Kopfschmerzarten

    90 Prozent aller Menschen mit Kopfschmerzen leiden unter Spannungskopfschmerzen. Die zweithäufigste Kopfschmerzform ist die Migräne. Beide Formen gehören zu den primären Kopfschmerzen. Deutlich seltener treten sekundäre Kopfschmerzen auf. Ursachen für diese sind zum Beispiel Medikamentennebenwirkungen, übermäßiger Arzneimittelkonsum, Erkrankungen oder Verletzungen. Die internationale Klassifikation unterscheidet über 220 Kopfschmerzarten, von denen die meisten mit einer bestimmten Grunderkrankung zusammenhängen.

    Spannungskopfschmerz

    Dabei handelt es sich um gelegentlich auftretende, leichte bis mittelschwere Kopfschmerzen. Sie gehen vermutlich auf eine gestörte Schmerzhemmung zurück, die nach einer Reizung auftreten kann. Die Intensität von Spannungskopfschmerzen steigert sich langsam. Die Schmerzen treten zwar auf beiden Kopfhälften auf, betreffen aber oft nur bestimmte Regionen wie Stirn, Schläfen oder Scheitel. Spannungskopfschmerzen sind dumpf und drücken wie ein zu eng sitzender Helm auf das Gehirn. Begleiterscheinungen sind selten. Die Schmerzen halten zwischen einer halben Stunde und wenigen Tagen an. Chronische Spannungskopfschmerzen liegen vor, wenn die Schmerzen an mindestens zehn Tagen im Monat auftreten. Sie sind selten.

    Migräne

    Migräne sucht Betroffene im Durchschnitt ein- bis sechsmal pro Monat heim. Ein einzelner Migräneanfall dauert in der Regel 4 bis 72 Stunden. Er beginnt allmählich mit meist einseitigen Kopfschmerzen. Diese können kann aber auch die Kopfhälfte wechseln oder sich später beidseitig entwickeln.

    Migräneschmerzen werden als pulsierend beschrieben und sind meist mäßig bis stark. Zum Krankheitsbild gehören immer Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Lärm- oder Lichtempfindlichkeit. Zwischen 10 und 15 Prozent aller Migräne-Patienten erleben vor einer Schmerzattacke eine sogenannte Aura, die mit Sehstörungen wie Flimmern vor den Augen, mit Kribbeln in Armen und Beinen sowie Wortfindungsstörungen einhergehen kann. Migräne und Spannungskopfschmerzen können kombiniert auftreten.

    Medikamenteninduzierter Kopfschmerz

    Wer zu häufig bestimmte Medikamente – vor allem Schmerzmittel – einnimmt, ist anfällig für Kopfschmerzen. Diese sogenannten medikamenteninduzierten Schmerzen steigern sich mit der Zeit zu mittelstarken bis starken, dumpfen Beschwerden, die beidseitig auftreten. Zu Übelkeit oder Erbrechen kommt es dabei selten.

    Die Schmerzen treten immer dann auf, wenn der Betroffene Medikamente eingenommen hat. Oft entwickelt sich ein Teufelskreis: Aus Angst vor Schmerzen werden Schmerzmittel geschluckt, die dann die Kopfschmerzen erst verursachen. Daraufhin steigern die Betroffenen häufig die Dosis. Auch andere Medikamente, zum Beispiel einige Blutdrucksenker, können Kopfschmerzen auslösen (Nitratkopfschmerzen).

    Cluster-Kopfschmerzen

    Cluster-Kopfschmerzen sind sehr starke Kopfschmerzen, die einseitig und stechend hinter dem Auge beginnen. Meist tränt zugleich das betroffene Auge, das Augenlid rötet sich, schwillt an und die Nase verstopft.

    Cluster-Kopfschmerzen treten oft mehrmals täglich auf, um dann wieder für Monate zu verchwinden. Der Schmerz steigert sich innerhalb weniger Minuten bis zu seinem Maximum und hält meist zwischen 15 Minuten und drei Stunden an.

    Auch wenn die Ursache dieser Kopfschmerzen unklar ist, scheinen bei einigen Betroffenen Alkohol, Zigarettenrauch oder flackerndes Licht die Anfälle auszulösen. Insgesamt treten Cluster-Kopfschmerzen verglichen mit Spannungskopfschmerzen und Migräne nur selten auf.

    Begleiterscheinungen von Kopfschmerzen

    Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit können Kopfschmerzen ebenso begleiten wie Sehstörungen oder Depressionen. Diese Begleiterscheinungen sowie Ort, Art und Dauer der Kopfschmerzen geben dem Arzt erste Hinweise auf Ursache oder Auslöser der Beschwerden.

    Kopfschmerzen: Ursachen

    Wie Kopfschmerzen genau entstehen, ist trotz intensiver Forschung nicht eindeutig geklärt. Man vermutet, dass Prozesse der Schmerzentstehung, -weiterleitung und -hemmung gestört sind. Primäre Kopfschmerzen haben keine erkennbare Ursache. Sie können aber durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, zum Beispiel durch:

  • Stress
  • Flüssigkeitsmangel
  • schlecht belüftete Räume
  • Bildschirmarbeit
  • Wetterwechsel
  • Schlafmangel und unregelmäßigen Schlaf
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Bei Frauen: Hormonschwankungen während des Zyklus
  • Sekundäre Kopfschmerzen lassen sich dagegen immer auf eine Krankheit oder äußere Einflüsse zurückführen. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Kopf- und Halswirbelsäulenverletzungen, z. B. Schädelhirntrauma
  • Entzündungen: Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis), Arteriitis temporalis (Entzündung der Schläfenarterien), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Zahnwurzelentzündung
  • Virusinfektionen wie Grippe
  • verminderte Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Bluts, beispielsweise bei schwerem Asthma bronchiale, COPD, chronischer Bronchitis
  • Bluthochdruck
  • Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule
  • Verspannung der Nackenmuskulatur
  • Unterzuckerung bei Diabetes
  • Trigeminusneuralgie, Costen-Syndrom
  • Hitzschlag
  • Akuter Grüner Star (Glaukom-Anfall)
  • Hirn-Aneurysma (krankhafte Ausweitung der Wand einer Hirnarterie)
  • Schlaganfall (ischämischer Schlaganfall oder Hirnblutung)
  • Hirntumor
  • Pseudoallergie durch Zufuhr bestimmter Nahrungsmittel, etwa Glutamat („China-Restaurant-Syndrom“)
  • bestimmte Medikamente wie Nitrate, Östrogene zur Verhütung; häufige Schmerzmitteleinnahme
  • Drogenentzug
  • Kopfschmerzen: Wann müssen Sie zum Arzt?

    Wenn Sie nur selten an Kopfschmerzen leiden, diese erträglich sind und nicht lange anhalten, helfen meist Hausmittel oder leichte Schmerzmittel. Einen Arzt sollten Sie aufsuchen,

  • wenn die Kopfschmerzen über Wochen und Monate hinweg immer wieder auftreten
  • wenn sich die Schmerzen nach einer Kopfverletzung entwickeln beziehungsweise ein oder mehrere Tage nach einer Gehirnerschütterung auftreten
  • wenn Übelkeit und Erbrechen hinzukommen
  • wenn Fieber und/oder ein steife Nacken die Schmerzen begleiten
  • Plötzlich einsetzende, sehr starke Kopfschmerzen können ein Alarmzeichen für einen akuten, lebensbedrohenden Vorgang im Gehirn sein - besonders in Verbindung mit anderen Symptomen wie Seh-, Hör- oder Sprachstörungen, motorischen Ausfällen, Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit. Rufen Sie dann sofort den Notarzt!

    Quelle: NetDoktor: Kopfschmerzen